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BEETHOVEN PUR

Wolfram Oettl spielt zwei Spätwerke von
Ludwig van Beethoven:

Bagatellen G-Dur und h-moll aus op.126

Klaviersonate op.106 B-Dur »Hammerklaviersonate«

DIE MUSIK:

Die 1818 entstandene Klaviersonate 29 B-Dur op. 106 zählt ebenso wie die Bagatellen op. 126 zu Beethovens Spätwerk. Sie entstand in einer für ihn sehr schwierigen Lebensperiode. Zusätzlich zu sei­ner weit fortgeschrittenen Ertaubung wurde er von persönlichen und finanziellen Nöten geplagt.

Die vier Sätze: Allegro – Scherzo, assai vivace – Adagio sostenuto, appassionato e con molto sen­timento – Largo/Allegro risoluto, Fuga a tre voci, con alcune licenze.

Der Beiname »Hammerklaviersonate« geht zurück auf das Titelblatt der Wiener Erstausgabe von 1819, bei der Beethoven nicht länger die traditionelle, aus dem Italienischen stammende Besetzungs­angabe dulden wollte: »… daß hinführo auf allen unsern Werken, wozu der Titel Deutsch, statt piano-Forte Hammerklawier gesezt werde.«

Als Bewunderer Bachs beschäftigte er sich in dieser Zeit intensiv mit der barocken Fuge. Das spiegelt sich insbesondere in der dreistimmi­gen Fuge wider, die den wesentlichen Teil des 4. Satzes bildet. Eindrucksvoll ist seine harmoni­sche Experimentierfreude. Ähnlich wie die Große Fuge op. 133, die dem zeitgenössischen Publikum unverständlich und zu dissonant vorkam, kann auch die »Hammerklaviersonate« noch heute als »Neue Musik« erscheinen. Seinem Verleger beschrieb er sie bescheiden als »…eine Sonate, die Pianisten etwas zu tun geben wird…«

Zur Einstimmung erklingen zwei »Bagatellen«, entstanden 1823/24: in G-Dur, Andante con moto, und in h-Moll, Presto.

DER PIANIST

und Komponist WOLFRAM OETTL erhielt seine pianistische Ausbildung in Augsburg und Mün­chen durch Yasuko Matsuda, Alfons Kontarsky und Karl-Hermann Mrongovius.

Anschließend wechselte er an die Schola Can­torum in Basel, um sich mit Alter Musik zu be­schäftigen, und studierte Basso-Continuo-

Spiel bei Jesper Christensen sowie Cembalo und Hammerklavier bei Jean Goverts. Seither ist er musikalisch sowohl im Historischen als auch in der Avantgarde zuhause und unternimmt gerne Grenzgänge zwischen Alter und Neuer Musik.

Ein Komponistenportrait von Wolfram Oettl er­schien 1999 beim Label »col legno« 2007 wurde die Kinderoper »Die Regentrude« uraufgeführt. 2022 erschien seine CD »Bernhard Lang, works for piano« beim Label KAIROS und 2023 der Do­kumentarfilm »7 Kapellen« von Orla Connolly und Jens Weber mit seiner Filmmusik.

Eintritt frei, Spenden willkommen

Im Rahmen der neuen Reihe »Nachklang – Abendmusik an der Moritzkirche«