Mit dem international gefeierten Collegium 1704 und seinem universalgenialen Leiter Václav Luks eröffnet der derzeit wohl prominenteste musikalische Export Tschechiens das Mozartfest 2021. Gemeinsam mit der betörenden norwegischen Sopranistin Mari Eriksmoen tauchen sie tief in Mozarts Prager Universum ein.

Programm

JOSEF MYSLIVEČEK
Ouvertüre zur Oper »Ezio«

WOLFGANG AMADEUS MOZART
»Crudele! … Non mi dir« aus »Don Giovanni« KV 527

JOSEF MYSLIVEČEK
Ouvertüre A-Dur

WOLFGANG AMADEUS MOZART
Sinfonie Nr. 40 g-Moll KV 550

WOLFGANG AMADEUS MOZART
»Bella mia fiamma« KV 528

Mozart in Prag

Prag machte Mozart zu einem wirklich glücklichen Menschen. Man möchte es kaum glauben. Dort war er ein echter Popstar und die Leute pfiffen die mozart‘schen Melodien sogar auf der Straße vor sich hin. Der Triumph des »Figaro«, die Uraufführung des »Don Giovanni«, die Prager Sinfonie und schließlich der Kompositionsauftrag für »La clemenza di Tito«, alles steht im engen Zusammenhang mit der tschechischen Hauptstadt. So hatte sich Mozart das eigentlich in Wien vorgestellt. Naja.

Für Mozarts musikalischen Reifeprozess in jener Zeit war ein tschechischer Komponist mitverantwortlich, den heute nur wenige kennen: Josef Mysliveček. Die beiden verband eine enge Freundschaft, sie begegnete sich mehrmals in Italien und München, wo Myslivečeks Oper »Ezio« und sein Oratorium »Abramo ed Isacco« mit riesigem Erfolg aufgeführt wurden.

Die Freundschaft ging sogar so weit, dass Mozart den schwer an Syphilis erkrankten Mysliveček in München als einziger (!) im Krankenhaus besuchte, wo man ihm bereits die Nase herausoperiert hatte. Letztlich findet man Myslivečeks Musiksprache mit virtuosen Arien wie der berühmten »Bella mia fiamma« wieder, was eine gute Erklärung für Mozarts Kultstatus in Prag liefert.

Evangelisch St. Ulrich

Ulrichsplatz 19
86150 Augsburg

Mit dem ÖPNV:

Straßenbahnlinie 2, 3 oder 6 bis Haltestelle »Theodor-Heuss-Platz«, dann 5 Minuten Fußweg